Zahnextraktion
Chirurgischer Eingriff in Narkose zur Entfernung eines erkrankten oder beschädigten Zahnes.
12 Standorte können Ihnen dabei helfen

Über die Behandlung
Im Rahmen einer Zahnsanierung (COHAT) kommt es häufig auch zur Extraktion von beschädigten oder erkrankten Zähnen. Ob, bzw. welche Zähne entfernt werden müssen, wird nach einer gründlichen Reinigung mit dem zahnmedizinischen Ultraschallgerät, einer Einzelbeurteilung der Zähne (siehe Dentaldiagnostik) und mithilfe von Röntgenaufnahmen aller Zähne (siehe Zahnröntgen) festgestellt. In einigen Fällen ist es eventuell möglich die Zähne zu erhalten (siehe Vitale Pulpatherapieund Wurzelkanalbehandlung).
Mögliche Gründe für eine Extraktion:
• nach einem Trauma (wie z.B. einem Autounfall oder Kauen auf Steinen oder zu harten Knochen) abgestorbene, beschädigte oder gebrochene Zähne
• durch Tumore in der Maulhöhle beschädigte oder locker gewordene Zähne
• durch Feline Zahnresorption angegriffene Zähne bei Katzen
•Parodontalerkrankungen: am häufigsten werden Zähne und Zahnhalteapparat durch Parodontitis geschädigt – einer bakteriellen Entzündung des sogenannten Zahnhalteapparates (Zahnfleisch, Wurzelhaut, usw.) die unbehandelt zu Kieferknochenschwund, Infektionen, Schmerzen und lockeren Zähnen führen kann.
❗️Eine Extraktion ist in diesen Fällen oft die beste oder auch einzige Möglichkeit Schmerzen zu lindern, Entzündungen und Infektionen zu beheben und vorzubeugen und die Maulgesundheit zu verbessern.
Manchmal ist es auch nötig prinzipiell gesunde Zähne zu entfernen. Das kann der Fall sein, wenn sie anderen im Weg sind und diese dadurch beschädigen könnten, z.B. bei nicht ausfallenden Milchzähnen (siehe Persistierende Milchzähne) oder wenn überzählige Zähne sich gegenseitig „bedrängen“ und behindern und zum sogenannten „Overcrowding“ führen. Oder auch wenn es durch Kiefer- oder Zahnfehlstellungen (Malokklusionen) zu einer Verletzung des Gaumens oder des Zahnfleisches kommt (siehe Fehlbisse).
In seltenen Fällen ist eine sogenannte Totalextraktion nötig, also die Extraktion aller oder so gut wie aller Zähne. Das kann bei chronisch progressiven Erkrankungen vorkommen, die mit schwerwiegenden Entzündungen im Maulbereich einhergehen und den Tieren dadurch große Schmerzen verursachen, wie z.B. bei der Chronischen Felinen Gingivostomatitis, einer hochgradig fortgeschrittenen Parodontitis oder der Chronischen Ulzerativen Stomatitis bei Hunden.
Eine medikamentöse Behandlung ist in diesen Fällen leider oft nicht erfolgreich, bzw. muss manchmal aufgrund von schwerwiegenden Nebenwirkungen abgebrochen werden. Dann kann so eine Totalextraktion eine gute Option sein, den Tieren ein schmerzfreies Leben mit guter Lebensqualität zu ermöglichen.
So funktionierts:
Extraktionen sind nur in Narkose möglich, aber keine Angst: unsere Patienten werden währenddessen natürlich überwacht und können noch am gleichen Tag wieder nach Hause.
Zusätzlich wird eine lokale Betäubung verabreicht, damit der Vorgang auch wirklich absolut schmerzfrei ist – das hat auch den Vorteil, dass die Patienten noch Stunden nach dem Aufwachen keine Schmerzen verspüren.
Mit speziellen zahnmedizinischen Instrumenten wird das Zahnfleisch abgehoben, der über dem Zahn liegende Knochen entfernt und der Zahn gelockert. Manche Zähne unserer Haustiere haben zwei oder drei Wurzeln und diese müssen in den meisten Fällen zuerst mit einem speziellen Hochgeschwindigkeitsbohrer auseinandergeschnitten werden, bevor der Zahn extrahiert werden kann.
Die entstandene Extraktionshöhle wird ausgeschabt und gespült und dann mit einem sehr feinen, selbstauflösenden Nahtmaterial zugenäht - das hat den Vorteil, dass es nicht entfernt werden muss.
Danach werden in den meisten Fällen noch einmal Zahnröntgen angefertigt, um sicherzugehen, dass auch wirklich alle Zahnwurzelteile entfernt wurden und die Patienten mit einem Schmerzmittel für die nächsten Tage nach Hause geschickt.
Im Normalfall bestellen wir unsere Patienten noch ein bis zweimal nach einer Extraktion zu einer Nachkontrolle in die Klinik, um sicherzugehen, dass alles komplikationslos abheilt.
❗️Achtung: in den ersten Tagen nach einer Extraktion kann es zu minimalen Blutungen im Maul bzw. leicht blutigem Speicheln kommen, das ist normal. Füttern Sie für mindestens eine Woche auch bitte nur weiches Futter und räumen Sie Kauspielzeug, Kauknochen und ähnliches weg, bis alles gut verheilt ist.
Und keine Sorge: so gut wie alle Patienten haben überhaupt keine Probleme danach und können auch nach der Extraktion mehrerer Zähne ganz normal fressen!
Verfasser:
Monika Herold-Wagner