Weichteilchirugie
Chirurgische Eingriffe an allen Körperstrukturen, mit Ausnahme der Knochen und der Gelenke.
13 Standorte können Ihnen dabei helfen

Über die Behandlung
In den Bereich der Weichteilchirurgie fallen alle chirurgischen Eingriffe in Brust- und Bauchhöhle, sowie an den Blutgefäßen, der Haut, der Muskeln und der Sehnen. Dazu gehören auch spezialisierte Bereiche wie die Tumor-Chirurgie zur Entfernung von Tumoren, die Rekonstruktive Chirurgie zur Behandlung großer Gewebedefekte, die HNO-Chirurgie für Eingriffe im Hals-, Nasen- oder Ohrenbereich oder die Herz-Thorax-Chirurgie zur operativen Behandlung von Erkrankungen im Brustkorb.
Häufige Eingriffe im Bereich der Weichteilchirurgie:
- Tumor-Operationen: Entfernung von Hauttumoren und von Tumoren an Organen in Brustkorb oder Bauchhöhle und anderen Weichteilstrukturen
- Wundversorgung: Behandlung von Wunden, bzw. Verletzungen der Haut, der Muskeln oder Sehnen
- Hernien-Operationen: Korrektur einer angeborenen oder später aufgetretenen Hernie (ein sogenannter „Bruch“), z.B. im Bereich des Nabels, der Leiste, des Zwerchfells oder der Beckenbodenmuskulatur (einer sogenannten Perinealhernie)
- Operationen im Abdomen (also im Bereich der Bauchorgane): z.B. Entfernung von Fremdkörpern aus dem Magen-Darm-Trakt, Behandlung von Magendrehungen, Entnahme von Biopsien veränderter Organe im Bauchraum (wie Magen, Darm, Milz, Leber oder Lymphknoten), Entfernung ganzer Organe oder krankhaft veränderter Teile davon (Milz, Nebenniere, Teile des Magens oder des Darmes, usw.), Behandlung von Erkrankungen der Gallenblase und des Gallentraktes
- Operationen im Urogenitaltrakt (also im Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane): z.B. Kastrationen von männlichen und weiblichen Tieren, Kaiserschnitt (geplant oder im Falle von Komplikationen bei der Geburt), Entfernung von Blasensteinen, Entfernung von Teilen der Harnblase im Falle eines Tumors
So funktionierts:
Welche chirurgischen Optionen es gibt und welche für Ihr Tier zu empfehlen sind, wird Ihr tierärztliches Team vorab mit Ihnen besprechen.
Bei den meisten Operationen in der Bauchhöhle wird diese mit einem Schnitt durch Haut, Unterhaut und Bauchmuskulatur eröffnet – so erhält man eine umfassende Übersicht über alle Bauchorgane. Manche Operationen in Körperhöhlen sind allerdings auch minimalinvasiv möglich – hier werden durch drei kleine Schnitte dann jeweils eine endoskopische Kamera, eine Lichtquelle und die Instrumente eingeführt. In der Bauchhöhle nennt man diese Technik Laparaskopie, bei Operationen in der Brusthöhle Thoraskopie.
Um das bestmögliche Ergebnis für unsere Patienten zu erzielen, setzen wir wann immer möglich auf einen multidisziplinären Zugang - das heißt Expert*innen aus verschiedenen Bereichen arbeiten zusammen und erstellen einen individuellen Behandlungsplan. Das können neben den Weichteilchirurg*innen z.B. auf dem Gebiet der Rekonstruktiven Chirurgie erfahrene Chirurg*innen oder Internist*innen sein, aber auch Onkolog*innen und Rehabilitationsexpert*innen können bei Bedarf mit einbezogen werden.
Für jede Operation sind Narkose und Schmerzmanagement unumgänglich (siehe Anästhesie und Schmerzmanagement). Aber keine Sorge – Ihr Haustier wird dabei natürlich von Anästhesist*innen und unserem erfahrenen tierärztlichen Personal überwacht. Im Normalfall können die Patienten am gleichen Tag noch nach Hause entlassen werden, nur in Ausnahmefällen kann es sein, dass eine stationäre Aufnahme über Nacht oder für einige Tage empfohlen wird. Das kann z.B. nach sehr großen und komplexen Operationen der Fall sein, bei denen die Patienten noch länger intensivmedizinisch überwacht werden müssen, bzw. wenn das Risiko für postoperative Komplikationen minimiert werden soll. Postoperative Komplikationen können z.B. Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen oder auch ein Aufbrechen der Nähte sein.
Auch ein wirksames und individuell erstelltes Schmerzmanagement ist nach Operationen besonders wichtig – schmerzbedingtes Kratzen, Beißen oder Schlecken muss unbedingt vermieden werden.
Verfasser:
Monika Herold-Wagner