Palliativtherapie
Behandlung der Symptome von Erkrankungen im Endstadium, vor allem Krebserkrankungen, zur Verbesserung der Lebensqualität.

Über die Behandlung
Die Palliativtherapie ist ein wesentlicher Teil der Behandlungsmöglichkeiten in der Onkologie. Sie wird vor allem bei unheilbaren Krebserkrankungen eingesetzt oder wenn aus verschiedenen Gründen eine andere Behandlung nicht in Frage kommt. Eine Palliativtherapie ist aber nicht nur bei Krebserkrankungen, sondern bei allen Erkrankungen im Endstadium möglich.
Der Fokus liegt dabei nicht auf einer möglichen Heilung, sondern vor allem auf einer Linderung der Schmerzen und einer Behandlung der Begleitsymptome, die mit einer Krebs- oder einer anderen Erkrankung einhergehen, und so die Lebensqualität unserer Patienten zu verbessern.
Ein wichtiger Aspekt dabei ist - wenn möglich - alle Familienmitglieder in die Therapie einzubinden und ihre Wünsche und Sorgen zu berücksichtigen. Auch sensible Themen wie Abschiednehmen, Trauer und Nachsorge sollten in diesem Rahmen angesprochen werden.
So funktionierts:
Die Symptome, die mit unheilbaren Erkrankungen einhergehen können, sind unglaublich vielfältig und bei jedem Patienten anders.
Mögliche Symptome bei Krebserkrankungen:
- Schmerzen
- Gastrointestinale Symptome: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall
- Atemwegssymptome: Husten, Atemnot, Nasenausfluss
- Gewichtsabnahme
- Infektionen: z.B. ulzerierte Tumore oder durch Schwächung des Immunsystems
- Blutungen: innere (z.B. von einem Milztumor) oder äußerliche (ulzerierender Tumor, Nasenbluten, usw.)
- Krampfanfälle
- Wundliegen
- Schlafstörungen
Für jeden Patienten muss daher ein individueller Behandlungsplan erstellt werden – und dieser muss sehr wahrscheinlich im Laufe der Zeit mehrmals angepasst werden, da jede Erkrankung ein fortschreitender und dynamischer Prozess ist.
❗️Ein unglaublich wichtiger Bereich ist das Schmerzmanagement – je früher mit einer effektiven Schmerzbehandlung begonnen wird, desto besser.
Generell kann man zwischen verschiedenen Schmerzmittelkategorien unterscheiden, die alle auf unterschiedliche Art und Weise auf die Schmerzleitungsbahnen bzw. die Schmerzrezeptoren im Körper wirken. Dazu gehören z.B. Opioide, nichtsteroidale Analgetika, Lokalanästhetika oder auch andere Kategorien von Schmerzmitteln, wie z.B. Ketamin, Paracetamol oder Gabapentin.
Oft wird auch nicht nur eines eingesetzt, sondern vor allem bei sehr schmerzhaften Erkrankungen wird eine Kombination von Schmerzmitteln aus verschiedenen Kategorien angewendet, um das Schmerzempfinden aus möglichst allen Richtungen auszuschalten bzw. zu dämpfen. Das bezeichnet man als multimodales Schmerzmanagement.
Bei Krebserkrankungen können auch die anderen onkologischen Behandlungsmöglichkeiten wie Bestrahlung, Tumorchirurgie oder Chemotherapie in die Palliativtherapie integriert werden – das kann helfen die Ausbreitung von Metastasen oder das Wachstum des Tumors zu verlangsamen. In manchen Fällen kann der Tumor so auch vorübergehend verkleinert und dadurch Schmerzen gelindert werden.
Da Gewichtsabnahme und Appetitlosigkeit ein Symptom bei vielen Erkrankungen sind, ist auch die Ernährung ein nicht zu vernachlässigender Faktor bei der palliativen Betreuung von Patienten, hier können individuelle Ernährungspläne hilfreich sein.
Manche Patienten profitieren auch von einem ganzheitlichen Zugang, bei dem z.B. Akupunktur, Chiropraxis oder Traditionelle Chinesische Kräutermedizin in den Behandlungsplan aufgenommen werden.
Auch die mentale Gesundheit darf nicht unterschätzt werden – vor allem bei Patienten mit eingeschränkter Mobilität. Hier ist es ganz wichtig, ihre Sinne zu stimulieren und ihnen Ablenkung zu bieten, z.B. mit Geruchstraining, geeigneten Spielen oder regelmäßiger Fellpflege.
Unser tierärztliches Team kann Sie gerne in Bezug auf verschiedene Möglichkeiten beraten, bzw. Sie an die richtigen Stellen und auf geeignete Informationen verweisen.
Verfasser:
Monika Herold-Wagner