Neurochirurgie
Chirurgische Behandlung von Erkrankungen oder Schädigungen der Wirbelsäule, des Rückenmarks oder des Nervensystems.
4 Standorte können Ihnen dabei helfen

Über die Behandlung
Die Neurochirurgie ist der Teil der Chirurgie, der sich mit der Behandlung von Erkrankungen oder Schädigungen der Wirbelsäule, des Rückenmarks oder des Nervensystems befasst.
Generell kann das Nervensystem in das zentrale - bestehend aus Rückenmark und Gehirn - und das periphere Nervensystem - das sind alle Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark - unterteilt werden.
So gut wie immer geht es bei der Neurochirurgie darum, Druck auf Rückenmark, Gehirn oder periphere Nerven zu mindern. Druck oder Einengung durch Tumore, Frakturen oder ähnliches kann diese Strukturen schädigen und Schmerzen und neurologische Symptome, wie Koordinationsstörungen oder Lähmungen, verursachen.
Mögliche Einsatzgebiete der Neurochirurgie:
- Bandscheibenvorfälle: vorgefallenes Bandscheibenmaterial drückt auf das Rückenmark
- Frakturen oder Luxationen von Wirbeln
- Tumore, die auf Rückenmark, Gehirn oder periphere Nerven drücken: diese können von Rückenmark, Gehirn oder peripheren Nerven selbst ausgehen, aber auch von umliegenden Strukturen (ein großer Hauttumor kann z.B. auf einen Nerv drücken)
- Anomalien/angeborene Fehlbildungen: z.B. bei einem Hydrocephalus (umgangssprachlich auch „Wasserkopf“ – hier kommt es zu einer abnormen Ansammlung von Zerebrospinalflüssigkeit) oder einer Chiari-Malformation
- Cauda Equina Syndrom: degenerative Erkrankung, die eine Kompression der Nervenwurzeln am Ende des Rückenmarks verursacht
So funktionierts:
Vor einer Operation an Gehirn, Rückenmark oder peripheren Nerven ist immer eine neurologische Untersuchung (siehe Neurologie) und eine genaue Diagnostik nötig. Dazu gehören so gut wie immer bildgebende Verfahren - diese helfen dabei, andere Ursachen von neurologischen Erkrankungen auszuschließen, mehr zur Prognose aussagen zu können und einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen. MRT, CT oder Myelographie (= Darstellung des Rückenmarks oder peripherer Nerven mittels Kontrastmittel, um die genaue Lokalisation einer Kompression darstellen zu können) werden am häufigsten verwendet.
Auch eine Biopsie von Nerven, bzw. eine Punktion und Untersuchung der Zerebrospinalflüssigkeit kann vorab empfehlenswert sein. Die Zerebrospinalflüssigkeit (auch Liquor) ist eine in Gehirn und Rückenmark vorkommende Flüssigkeit und eine Untersuchung kann Informationen über etwaige Entzündungen, Infektionen oder das Vorhandensein von Tumorzellen liefern.
Um das bestmögliche Ergebnis für unsere Patienten zu erzielen, setzen wir wann immer möglich auf einen multidisziplinären Zugang - das heißt, Expert*innen aus verschiedenen Bereichen arbeiten zusammen und erstellen einen individuellen Behandlungsplan. Bei der Neurochirurgie sind das z.B. Expert*innen aus den Bereichen Chirurgie, Onkologie und Neurologie oder auch der Rehabilitationsmedizin und Physiotherapie.
Neurochirurgische Operationen sind komplex und können kompliziert sein – sie müssen daher unbedingt von spezialisierten und erfahrenen Chirurg*innen durchgeführt werden.
Für jede Operation sind Narkose und Schmerzmanagement unumgänglich (siehe Anästhesie und Schmerzmanagement). Aber keine Sorge – Ihr Haustier wird dabei natürlich von Anästhesist*innen und unserem erfahrenen tierärztlichen Personal überwacht. Im Normalfall können die Patienten am gleichen Tag noch nach Hause entlassen werden, nur in Ausnahmefällen kann es sein, dass eine stationäre Aufnahme über Nacht oder für einige Tage empfohlen wird. Das kann z.B. nach sehr großen und komplexen Operationen der Fall sein, bei denen die Patienten noch länger intensivmedizinisch überwacht werden müssen, bzw. wenn das Risiko für postoperative Komplikationen minimiert werden soll. Postoperative Komplikationen können z.B. Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen oder auch ein Aufbrechen der Nähte sein. Auch ein wirksames und individuell erstelltes Schmerzmanagement ist nach Operationen besonders wichtig – schmerzbedingtes Kratzen, Beißen oder Schlecken muss unbedingt vermieden werden.
Verfasser:
Monika Herold-Wagner