Maulhöhlenerkrankungen bei der Katze
Speziell bei der Katze auftretende Zahn- und Zahnfleischerkrankungen.
1 Standorte können Ihnen dabei helfen

Über die Behandlung
Katzen sind besonders und es gibt einige parodontale Erkrankungen, die nur bei Katzen, nicht aber bei Hunden auftreten.
Feline chronische Gingivostomatitis:
Hier handelt es sich um eine hochgradige, oft ulzerierende und äußerst schmerzhafte Entzündung von Zahnfleisch und der Schleimhaut von Backen und Rachen. Auch Zunge oder Gaumen können betroffen sein.
In weiterer Folge kann es durch diese chronische Entzündung zu einer Resorption (also einer Auflösung) von Zähnen, Zahnwurzeln oder dem Knochen rund um die Zähne kommen.
Die Ursache ist unbekannt und kann von Katze zu Katze unterschiedlich sein - es wird allerdings vermutet, dass es sich um eine immunmediierte Erkrankung handelt, also eine unangemessene und überschießende Reaktion des Immunsystems auf ein Antigen.
✭ Antigene sind meist körperfremde Substanzen, die eine Immunantwort, also die Bildung von Antikörpern auslösen ✭
Diese Reaktion kann durch gleichzeitig vorhandene Viren wie Herpes, FIV (Felines Immundefizienzvirus) oder FeLV (Felines Leukämie-Virus) oder Bakterien wie Bartonella verstärkt werden.
Andere Faktoren, die bei dieser Erkrankung eine Rolle spielen können, sind Stress (wie z.B. in einem Mehrkatzenhaushalt), andere Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen (Zahnbelag, Parodontitis, Zahnresorption, usw.) oder Überempfindlichkeiten wie z.B. auf Futter.
Katzen sind wahre Meister darin, Symptome und Schmerzen nicht zu zeigen,
aber Symptome, die man eventuell bemerken kann, sind:
• Schmerzen im Maulbereich
•wollen nicht am Kopf berührt werden
•reduzierter Appetit
•Schluckbeschwerden
•exzessives Speicheln
•Mundgeruch
•generelles Unwohlsein, können grantig wirken
Die Behandlung ist eine Herausforderung, meist schwierig und von Tier zu Tier unterschiedlich.
❗️Ganz wichtig ist auf jeden Fall eine wirksame Schmerztherapie, da diese Erkrankung extrem schmerzhaft ist.
Eine medikamentöse Therapie mit immunsuppressiven Medikamenten kann versucht werden, aber oft ist die einzige und beste Möglichkeit eine langfristige Schmerzfreiheit zu erzielen eine Totalextraktion - also entweder alle oder zumindest alle Backenzähne zu ziehen (siehe Zahnextraktion).
Keine Sorge: Katzen kommen sehr gut ohne Zähne zurecht und können trotzdem ganz normal fressen und ein ganz normales Leben führen.
Ein wichtiger Teil der Behandlung ist auch mögliche Stressfaktoren, wie z.B. in Mehrkatzenhaushalten, zu eliminieren.
20-30% aller Patienten sprechen allerdings auf gar keine Therapie an, das sind oft die, bei denen gleichzeitig eine virale Infektion vorliegt.
Feline Zahnresorption:
Diese Erkrankung betrifft bis zu zwei Drittel aller Katzen und ist auch als FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen) bekannt.
Bei der Felinen Zahnresorption wird die Zahnsubstanz (also Dentin an der Krone oder Zement an der Wurzel) von körpereigenen Zellen (Odontoklasten) abgebaut.
Das kann einen Zahn betreffen, aber in den meisten Fällen sind es mehrere, und sehr häufig sind die Backenzähne im Unterkiefer betroffen.
Warum die Odontoklasten plötzlich beginnen Zähne anzugreifen ist bis heute nicht wirklich geklärt – es wird aber vermutet, dass Zahn- und Zahnfleischerkrankungen wie Parodontitis eine Rolle spielen könnten.
Katzen sind wahre Meister darin, Symptome und Schmerzen nicht zu zeigen,
aber Symptome, die man eventuell bemerken kann, sind:
•Schmerzen im Maulbereich
•wollen nicht am Kopf berührt werden
•reduzierter Appetit oder verändertes Fressverhalten: vermeiden es z.B. zu kauen oder wollen kein Trockenfutter
•Schmerzreaktionen beim Fressen
• Kieferklappern
•exzessives Speicheln
•Mundgeruch
•generelles Unwohlsein, können grantig wirken
Bei einer Inspektion der Maulhöhle sind die Läsionen nicht immer sichtbar, vor allem wenn sie die Zahnwurzeln betreffen, deshalb sind Zahnröntgen für eine Diagnose unverzichtbar. Manchmal kann man allerdings rotes oder pinkes Granulationsmaterial, das sich vom Zahnfleisch ausgehend an die Zahnhälse „schmiegt“, sehen. Hier versucht der Körper die durch die Resorption entstandenen Löcher an den Zähnen wie mit einem „Pflaster“ abzudecken.
Die Behandlung besteht darin die beschädigten Zähne zu ziehen (siehe Zahnextraktion). Da es keine Prävention gibt ist es wichtig die betroffenen Tiere zu überwachen – idealerweise ein bis zweimal im Jahr im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung, bzw. sobald Sie zu Hause mögliche Symptome bemerken.
Außerdem sollten regelmäßige Zahnsanierungen inklusive Zahnröntgen durchgeführt werden, um neue Läsionen rasch festzustellen.
Verfasser:
Monika Herold-Wagner