Über die Behandlung

Die Gastroenterologie ist der Teil der Inneren Medizin, der sich mit der Diagnose und Therapie von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes befasst. Dazu gehören die Speiseröhre, der Magen, der Dünn- und der Dickdarm, sowie die Bauchspeicheldrüse.

Die Bandbreite an Erkrankungen ist groß – sie reicht von Infektionserkrankungen wie der Parvovirose oder einem Parasitenbefall (umgangssprachlich auch Verwurmung), Entzündungen des Gastrointestinaltraktes oder der Bauchspeicheldrüse (Gastroenteritis, bzw. Pankreatitis) über chronische Erkrankungen wie der IBD (einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung) bis hin zu Tumoren im Magen-Darm-Trakt. Auch Fremdkörper im Magen oder Darm, die eventuell auch Obstruktionen verursachen können, kommen immer wieder vor.

Häufige Symptome bei gastrointestinalen Erkrankungen:

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Abdominale Schmerzen (Bauchschmerzen)
  • Flatulenz (Blähungen)

Oft kommen aber auch unspezifische Symptome vor, die bei vielen Erkrankungen vorkommen, aber nicht unbedingt charakteristisch für eine bestimmte Krankheit sind,

wie z.B.:

  1. Fieber
  2. Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  3. Verminderter Appetit
  4. Gewichtsabnahme

❗️Nicht immer ist eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts die Ursache für gastrointestinale Symptome: auch Intoxikationen oder metabolische Erkrankungen, wie z.B. Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) oder ein unbehandelter Diabetes Mellitus können gastrointestinale Symptome wie Durchfall und Erbrechen verursachen.

Wie funktionierts?

Ein gründliches und strukturiertes Vorgehen des tierärztlichen Teams ist wichtig, um die Ursache der Erkrankung herauszufinden. Das beginnt mit einer genauen Anamnese und einer ausführlichen klinischen Untersuchung.

Bei der Anamnese stellen Ihnen unsere Tierärzt*innen Fragen zur Krankengeschichte des Tieres, zu Dauer und Art der Symptome, über etwaige Medikationen, bisherige Untersuchungen und Tests und vieles mehr.

Hilfreich für die Anamnese können auch von Ihnen aufgenommene Handyvideos oder Fotos sein, sowie Kopien von Befunden von schon durchgeführten Laboruntersuchungen, bildgebenden Verfahren oder sonstigen Untersuchungen.

Danach wird die klinische Untersuchung mit Fokus auf den Magen-Darm-Trakt durchgeführt (Details siehe Allgemeine Untersuchung).

Unsere Tierärzt*innen werden dann die Ergebnisse der klinischen Untersuchung und mögliche Verdachtsdiagnosen mit Ihnen besprechen und ob, bzw. welche Therapie zielführend wäre oder ob weiterführende Untersuchungen oder Tests empfehlenswert sind. Das könnten zum Beispiel eine Blutuntersuchung (siehe Blutbild und Blutchemie) oder eine Untersuchung von Harn oder Kot sein (siehe Harnuntersuchung und Kotuntersuchung). In den meisten Fällen werden gezielte weiterführende Untersuchungen des Magen-Darm-Traktes nötig bzw. empfehlenswert sein.

Dazu gehören unter anderem:

  • Abdominaler Ultraschall (siehe Ultraschalluntersuchung)
  • Kotuntersuchung
  • Röntgenuntersuchung, ev. mit Kontrastmittel bei Speiseröhrenerkrankungen
  • Endoskopische Untersuchungen wie die Gastroskopie und die Koloskopie (siehe Endoskopie)
  • Chirurgische Entnahme von Biopsien aus dem Magen-Darm-Trakt zur Diagnose von chronischen Erkrankungen oder Krebserkrankungen (siehe Histopathologische Untersuchung)

Verfasser:

Monika Herold-Wagner