Lebererkrankungen
Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Leber, der Gallenblase und des Gallengangsystems (Hepatologie).
10 Standorte können Ihnen dabei helfen

Über die Behandlung
Die Hepatologie ist der Teil der Inneren Medizin, der sich mit der Diagnose und Therapie von Erkrankungen der Leber (inklusive Gallenblase und Gallengangsystem) befasst. Oft wird sie mit der Gastroenterologie zusammengefasst, da manche Leber- und Magen-Darm-Erkrankungen Hand in Hand gehen.
Die Bandbreite an Erkrankungen der Leber ist groß – sie reicht von Infektionserkrankungen wie der Adenovirus-Hepatitis beim Hund, akuten oder chronischen Entzündungen (Hepatitis) bis hin zu Tumoren (primäre Lebertumore oder Metastasen anderer Krebserkrankungen). Auch sogenannte Lebershunts kommen immer wieder vor, das sind angeborene pathologische Gefäßverbindungen zwischen dem Pfortadersystem der Leber und der unteren Hohlvene (Vena cava inferior).
Dazu kommen noch Erkrankungen der Gallenblase und des Gallengangssystems, wie die Ansammlung von Schleim in der Gallenblase (Mukozele), Gallensteine oder eine Entzündung der Gallengänge (Cholangitis).
Häufige Symptome bei Erkrankungen der Leber:
- Ikterus (Gelbsucht) – wird durch einen erhöhten Anteil von Gallenfarbstoff (Bilirubin) im Blut verursacht, häufig ist eine Erkrankung der Leber oder der Gallenblase der Grund
- Bauchschmerzen (Abdominaler Schmerz)
- Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum (Aszites)
Oft kommen aber auch unspezifische Symptome vor, die bei vielen Erkrankungen vorkommen, aber nicht unbedingt charakteristisch für eine bestimmte Krankheit sind,
wie z.B.:
- Durchfall und Erbrechen
- Neurologische Symptome, z.B. Krampfanfälle, Verhaltensänderungen oder Orientierungslosigkeit
- Fieber
- Verminderter Appetit, Gewichtsabnahme
❗️Nicht immer ist eine Erkrankung der Leber die Ursache für eine Gelbsucht: auch Erkrankungen die eine Zerstörung der roten Blutkörperchen (Hämolyse) verursachen können zu einer Gelbsucht führen.
Wie funktionierts?
Ein gründliches und strukturiertes Vorgehen ist wichtig, um die Ursache der Erkrankung herauszufinden. Das beginnt mit einer genauen Anamnese und einer ausführlichen klinischen Untersuchung.
Bei der Anamnese stellen Ihnen unsere Tierärzt*innen Fragen zur Krankengeschichte des Tieres, zu Dauer und Art der Symptome, über etwaige Medikationen, bisherige Untersuchungen und Tests und vieles mehr.
Hilfreich für die Anamnese können auch von Ihnen aufgenommene Handyvideos oder Fotos sein, sowie Kopien von Befunden von schon durchgeführten Laboruntersuchungen, bildgebenden Verfahren oder sonstigen Untersuchungen.
Danach wird die klinische Untersuchung durchgeführt (Details siehe Allgemeine Untersuchung).
Unsere Tierärzt*innen werden dann die Ergebnisse der klinischen Untersuchung und eventuelle Verdachtsdiagnosen mit Ihnen besprechen und ob, bzw. welche Therapie zielführend wäre oder ob weiterführende Untersuchungen oder Tests empfehlenswert sind. Das könnten zum Beispiel eine Blutuntersuchung (siehe Blutbild und Blutchemie) mit Fokus auf Leberparameter wie die Enzyme ALT, AST, ALP und GGT, die Gallensäuren oder Bilirubin (Gallenfarbstoff), oder eine Harnuntersuchung sein.
In den meisten Fällen werden gezielte weiterführende Untersuchungen nötig bzw. empfehlenswert sein.
Dazu gehören unter anderem:
- Abdominaler Ultraschall (siehe Ultraschalluntersuchung)
- Bildgebende Diagnostik wie CT (siehe Computertomographie) zur Diagnose von angeborenen Gefäßerkrankungen der Leber (wie ein portosystemischer Shunt) und anderen hepatologischen Erkrankungen
- Entnahme von Leberbiopsien – z.B. die Entnahme einer Probe mit einer Nadel unter Ultraschallkontrolle von außen, bzw. die chirurgische Entnahme eines größeren Gewebestücks für eine definitive Diagnose (siehe Zytologische Untersuchung und Histopathologische Untersuchung)
Verfasser:
Monika Herold-Wagner