Über die Behandlung

Mithilfe eines Endoskops (Details siehe Endoskopie) kann die Bauchhöhle „inspiziert“ und dabei Veränderungen festgestellt werden und auch diagnostische oder chirurgische Eingriffe durchgeführt werden. Durch die Kamera am Endoskop können die Bauchorgane beurteilt werden, vor allem wenn z.B. bestimmte Erkrankungen vermutet werden oder schon mittels Ultraschall oder Röntgenaufnahmen Veränderungen festgestellt wurden. Mithilfe der Winkeloptik am Endoskop bekommt man auch Einblick in sonst oft nur schlecht einsehbare Bereiche.

Laparoskopische und thorakoskopische Operationen werden auch als „Schlüssellochchirurgie“ bezeichnet.

 

 

Häufig durchgeführte laparoskopische Eingriffe:

  • Entnahme von Gewebeproben aus der Leber und anderen Organen (Biopsie)
  • Entfernung von Steinen in Blase oder Harnröhre
  • Präventive Gastropexie: vorbeugende Maßnahme bei großen Hunden, bei der der Magen an der Bauchwand befestigt wird, um Magen-Darmdrehungen zu verhindern
  • Kastration von abdominal kryptorchen Rüden: bei diesen liegt der Hoden nicht im Hodensack, sondern ist in der Bauchhöhle verblieben 
  • Kastration von Hündinnen: ❗️hier werden im Gegensatz zur konventionellen Kastration nur die Eierstöcke entfernt und die Gebärmutter verbleibt in der Bauchhöhle, was aber im Normalfall kein Nachteil ist

 

 

Beispiele für thorakoskopische Eingriffe:

  • Entfernung von Lungenlappen
  • Eingriffe am Herzbeutel

 

 

Vorteile einer laparoskopischen Operation:

  • vergrößerte Darstellung des Operationsgebietes und gute Detailerkennung 
  • schnellere Erholung nach dem Eingriff
  • meist weniger Schmerzen 
  • geringeres Infektionsrisiko durch die kleineren Schnitte
  • kleinere Narben

 

❗️ Nicht alle Operationen in der Bauchhöhle können laparoskopisch durchgeführt werden. 

Für komplexere Eingriffe ist z.B. eine umfangreiche Gesamtübersicht nötig, und auch wenn aufgrund der Vorgeschichte des Patienten oder bestimmter Erkrankungen mit Komplikationen (z.B. Blutungen, Verklebungen im Bauchraum) gerechnet werden muss, ist ein konventioneller Zugang erforderlich. 

In manchen Fällen ist es auch notwendig die Bauchorgane manuell auf Veränderungen abzutasten, auch dann ist ein endoskopischer Zugang nicht möglich.

 

Die Endoskopie-Ausrüstung ist sehr kostenintensiv und die ausführenden Tierärzt*innen brauchen spezifische Ausbildung und Erfahrung und auch das Assistenzpersonal muss speziell geschult werden. Laparoskopien und Thorakoskopien sind daher meist spezialisierteren oder Überweisungskliniken vorbehalten und auch Routineeingriffe wie Kastrationen oder Gastropexien kosten daher mehr, als wenn sie auf konventionellem Weg durchgeführt werden.

 

 

So funktionierts:

Jede endoskopische Untersuchung und Behandlung wird in Narkose durchgeführt, da die Tiere dabei absolut stillliegen müssen (siehe Anästhesie und Schmerzmanagement). Aber keine Sorge – Ihr Haustier wird dabei natürlich von Anästhesist*innen und unserem erfahrenen tierärztlichen Personal überwacht. Im Normalfall können die Patienten am gleichen Tag noch nach Hause entlassen werden, nur in Ausnahmefällen kann es sein, dass eine stationäre Aufnahme über Nacht oder für einige Tage empfohlen wird. 

 

Üblicherweise werden drei ca. 1 bis 1.5cm große Schnitte durch Haut und Bauchwand gemacht - einer ist die „Eintrittspforte“ für das Endoskop mit der Kamera, die anderen Schnitte sind dazu da, die bei einer Operation nötigen Instrumente einzuführen. Um die Organe besser sichtbar zu machen, wird die Bauchhöhle mit medizinischem Kohlendioxid gefüllt - dieses wird nach dem Ende der Operation wieder abgelassen.

Die von der Kamera aufgenommen Bilder werden ca. 20-fach vergrößert auf einen Bildschirm übertragen über den die Tierärzt*innen alle Vorgänge in der Bauch- oder Brusthöhle genau betrachten können. 

 

Verfasserin:

Monika Herold-Wagner