Über die Behandlung

Die Hämatologie ist der Teil der Inneren Medizin, der sich mit der Diagnose und Therapie von Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe befasst. Zu den blutbildenden Organen zählt vor allem das Knochenmark, aber auch Lymphknoten, Milz und Thymus.

Die Immunologie wiederum beschäftigt sich mit Diagnose und Therapie immunmediierter Erkrankungen, also Erkrankungen, zu denen es durch eine überschießende Reaktion des eigenen Immunsystems kommt und bei der sich Antikörper gegen körpereigene Zellen wie z.B. rote oder weiße Blutkörperchen oder Zellen in Gelenken oder der Haut richten.

Häufige hämatologische Erkrankungen bei Hund und Katze:

  • Blutgerinnungsstörungen: erhöhte Blutungsneigung verursacht durch angeborene oder erworbene Störungen der Blutgerinnung, siehe Blutgerinnungsdiagnostik
  • Anämie (Blutarmut): verminderte Anzahl an roten Blutkörperchen, bzw. Blutfarbstoff (Hämoglobin)
  • Leukämie: Blutkrebs, der von den blutbildenden Zellen des Knochenmarks ausgeht
  • Lymphom: Krebserkrankung, die das lymphatische System (wie Lymphknoten oder lymphatisches Gewebe in Magen-Darm-Trakt und anderen Organen) befällt

Häufige Autoimmunerkrankungen bei Hund und Katze:

  1. Immunmediierte Hämolytische Anämie (IMHA): Blutarmut, die durch eine autoimmunbedingte Zerstörung der roten Blutkörperchen bedingt ist
  2. Immunmediierte Thrombozytopenie (IMTP): zu geringe Anzahl an Blutplättchen, die durch eine autoimmunbedingte Zerstörung bzw. Schädigung der Blutplättchen bedingt ist; führt zu Blutgerinnungsstörungen und einer erhöhten Blutungsneigung
  3. Immunmediierte Polyarthritis (IMPA): Lahmheit, Schmerzen und Schwellungen in meist mehreren Gelenken
  4. Autoimmunbedingte Hauterkrankungen wie Kutaner Lupus erythematodes oder Pemphigus foliaceus, mit Symptomen wie Krusten, Entzündungen oder Schuppenbildung

Wie funktionierts?

Ein gründliches und strukturiertes Vorgehen ist wichtig, um die Ursache der Erkrankung herauszufinden. Das beginnt mit einer genauen Anamnese und einer ausführlichen klinischen Untersuchung.

Bei der Anamnese stellen Ihnen unsere Tierärzt*innen Fragen zur Krankengeschichte des Tieres, zu Dauer und Art der Symptome, über etwaige Medikationen, bisherige Untersuchungen und Tests und vieles mehr.

Hilfreich für die Anamnese können auch von Ihnen aufgenommene Handyvideos oder Fotos sein, sowie Kopien von Befunden von schon durchgeführten Laboruntersuchungen, bildgebenden Verfahren oder sonstigen Untersuchungen.

Danach wird die klinische Untersuchung durchgeführt (Details siehe Allgemeine Untersuchung).

Unsere Tierärzt*innen werden dann die Ergebnisse der klinischen Untersuchung und mögliche Verdachtsdiagnosen mit Ihnen besprechen und ob, bzw. welche Therapie zielführend wäre oder ob weiterführende Untersuchungen oder Tests empfehlenswert sind.

Falls eine hämatologische Erkrankung vermutet wird, sind ein Blutbild und ein Blutausstrich, bei dem die Zellen des Blutes mikroskopisch untersucht werden, unumgänglich – Anzahl und Aussehen der roten und weißen Blutkörperchen, sowie der Blutplättchen können wertvolle Informationen liefern. Auch eine Blutchemie und eine Harnuntersuchung sind hilfreich.

In den meisten Fällen werden für eine Diagnose noch gezielte weiterführende Untersuchungen nötig bzw. empfehlenswert sein, wie z.B. Untersuchungen der Gerinnungsparameter oder Biopsien von Lymphknoten oder Knochenmark. Zu möglichen weiteren Untersuchungen gehören unter anderem auch der Coombs Test zur Diagnose einer IMHA, Gelenkspunktionen bei Verdacht auf IMPA, oder auch Hautbiopsien zur Diagnose von immunmediierten Hauterkrankungen und die bildgebende Diagnostik.

Verfasser:

Monika Herold-Wagner