Über die Behandlung

Die Nephrologie und die Urologie sind Teil der Inneren Medizin und befassen sich mit der Diagnose und Therapie von Erkrankungen der Nieren und der harnableitenden Wege. Hierzu zählen auch Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes sowie Störungen des Säure-Basen-Gleichgewichtes. Zu den harnableitenden Wegen zählen die Harnleiter (Ureteren), die Harnblase und die Harnröhre (Urethra).

Die Bandbreite an Erkrankungen ist groß – das kann von Infektionen wie einer bakteriellen Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) oder Blasenentzündung (Zystitis), einer akuten oder chronischen Schädigung der Nieren (AKI, bzw. CKD) über angeborene Veränderungen der Niere (z.B. Nierenzysten oder Nierendysplasie) oder der Harnwege (z.B. ein ektopischer Ureter, der an der falschen Stelle mündet) bis hin zu Tumorerkrankungen reichen.

Dann gibt es auch noch Harnsteinerkrankungen (Urolithiasis), die in manchen Fällen auch eine Obstruktion der Harnwege verursachen können, und bei Katzen gibt es die sogenannte Feline Lower Urinary Tract Disease (auch FLUTD) – eine Erkrankung der harnableitenden Wege, die sehr komplex ist und verschiedene Ursachen haben kann. Und auch Symptome wie Inkontinenz (ein ungewollter Abgang von Harn) gehören zum Komplex der Nephrologie und der Urologie.

Häufige Symptomebei Erkrankungen der Niere:

  1. Polyurie & Polydipsie (vermehrter Harnabsatz und übermäßiger Durst)
  2. Bauchschmerzen (Abdominaler Schmerz)

Häufige Symptomebei Erkrankungen der Harnwege:

  1. ·Vermehrter Harndrang
  2. ·Schmerzen beim Harnabsatz
  3. Blut im Harn

Oft kommen aber auch unspezifische Symptome vor, die bei vielen Erkrankungen vorkommen, aber nicht unbedingt charakteristisch für eine bestimmte Krankheit sind, wie z.B.:

  1. Fieber
  2. Apathie
  3. Verminderter Appetit, Gewichtsabnahme

❗️Nicht immer ist eine Erkrankung der Nieren die Ursache für eine Polyurie oder eine Polydipsie. Unter anderem können auch metabolische Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Erkrankungen, die mit einem erhöhten Kalziumspiegel einhergehen vermehrten Harndrang und übermäßigen Durst verursachen.

Wie funktionierts?

Ein gründliches und strukturiertes Vorgehen ist wichtig, um die Ursache der Erkrankung herauszufinden. Das beginnt mit einer genauen Anamnese und einer ausführlichen klinischen Untersuchung.

Bei der Anamnese stellen Ihnen unsere Tierärzt*innen Fragen zur Krankengeschichte des Tieres, zu Dauer und Art der Symptome, über etwaige Medikationen, bisherige Untersuchungen und Tests und vieles mehr.

Hilfreich für die Anamnese können auch von Ihnen aufgenommene Handyvideos oder Fotos sein, sowie Kopien von Befunden von schon durchgeführten Laboruntersuchungen, bildgebenden Verfahren oder sonstigen Untersuchungen.

Danach wird die klinische Untersuchung durchgeführt (Details siehe Allgemeine Untersuchung).

Unsere Tierärzt*innen werden dann die Ergebnisse der klinischen Untersuchung und mögliche Verdachtsdiagnosen mit Ihnen besprechen und ob, bzw. welche Therapie zielführend wäre oder ob weiterführende Untersuchungen oder Tests empfehlenswert sind.

Ganz wichtig bei Verdacht auf Nierenerkrankungen sind Blutbild und Blutchemie – mit Fokus auf Parameter, die uns auch Auskunft über die Nierenfunktion geben können, wie Harnstoff, Kreatinin, Natrium, Kalium, ionisiertes Calcium, Phosphat, Chlorid und SDMA (das ist ein Marker zur Früherkennung von chronischer Nierenerkrankung).

Auch eine Harnuntersuchung kann wertvolle Informationen liefern (Details siehe Harnuntersuchung).

In den meisten Fällen werden gezielte weiterführende Untersuchungen nötig bzw. empfehlenswert sein. Das können z.B. sein:

  • Urin Protein-Kreatinin-Quotient: misst wieviel Protein im Harn ausgeschieden wird; ein zu hoher Wert kann ein Hinweis auf eine Nierenerkrankung sein
  • Blutgasanalyse: zur Beurteilung des pH-Wertes des Blutes und des Säure-Basenhaushaltes, beides kann durch Nierenerkrankungen beeinflusst werden
  • Weiterführende Untersuchung zur Beurteilung der Nierenfunktion: Inulin-Clearance
  • Ultraschall des Abdomens (siehe Ultraschalluntersuchung)
  • Feinnadelaspiration oder Biopsie veränderter Nieren
  • Endoskopie des Harntraktes und Probenentnahme für histologische und bakteriologische Untersuchungen

Verfasser:

Monika Herold-Wagner