Über die Behandlung

Die Pulmologie ist der Teil der Inneren Medizin, der sich mit der Diagnose und Therapie von Erkrankungen der Lunge und der Atemwege befasst. Zu den Atemwegen gehören Nase, Nasennebenhöhlen, Rachen und Kehlkopf (obere Atemwege), sowie Luftröhre, Bronchien und Lunge (untere Atemwege).

Die Bandbreite an Erkrankungen der Atemwege ist groß – sie reicht unter anderem von Infektionserkrankungen wie der Infektiösen Tracheobronchitis beim Hund (umgangssprachlich auch Zwingerhusten genannt) oder einer bakteriellen Pneumonie über chronische Erkrankungen wie Asthma bei der Katze oder Chronischer Bronchitis bei älteren Hunden bis hin zu Tumoren in der Lunge (primäre Lungentumore, bzw. Metastasen anderer Tumore). Aber auch Fremdkörper in der Nase (Grannen!) oder der Luftröhre (Knochenstücke!) kommen immer wieder vor.

Häufige Symptome bei respiratorischen Erkrankungen:

  1. Husten
  2. Niesen
  3. Nasenausfluss
  4. Atemnot

Oft kommen aber auch unspezifische Symptome vor, die bei vielen Erkrankungen vorkommen, aber nicht unbedingt charakteristisch für eine bestimmte Krankheit sind,

wie z.B.:

  1. Fieber
  2. Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  3. Verminderter Appetit

❗️Nicht immer ist eine Erkrankung der Atemwege die Ursache für respiratorische Symptome: auch Herzerkrankungen können z.B. Husten auslösen und eine Gräser- oder Pollenallergie bzw. Zahnerkrankungen, wie eine oro-nasale Fistel, können zu Niesen und Nasenausfluss führen.

Wie funktionierts?

Ein gründliches und strukturiertes Vorgehen des tierärztlichen Teams ist wichtig, um die Ursache der Erkrankung herauszufinden. Das beginnt mit einer genauen Anamnese und einer ausführlichen klinischen Untersuchung.

Bei der Anamnese stellen Ihnen unsere Tierärzt*innen Fragen zur Krankengeschichte des Tieres, zu Dauer und Art der Symptome, über etwaige Medikationen, bisherige Untersuchungenund vieles mehr.

Sehr hilfreich für die Anamnese können auch von Ihnen aufgenommene Handyvideos oder Fotos sein, sowie Kopien von Befunden von schon durchgeführten Laboruntersuchungen, bildgebenden Verfahren oder sonstigen Untersuchungen.

Danach wird die klinische Untersuchung durchgeführt (Details siehe Allgemeine Untersuchung).

Unsere Tierärzt*innen werden dann die Ergebnisse der klinischen Untersuchung und mögliche Verdachtsdiagnosen mit Ihnen besprechen und ob, bzw. welche Therapie zielführend wäre oder ob weiterführende Untersuchungen oder Tests empfehlenswert sind. Das könnten zum Beispiel eine Blutuntersuchung (siehe Blutbild und Blutchemie) oder eine Untersuchung von Harn oder Kot (siehe Harnuntersuchung und Kotuntersuchung) sein. In den meisten Fällen werden gezielte weiterführende Untersuchungen der Atemwege nötig bzw. empfehlenswert sein.

Dazu gehören unter anderem:

  • Röntgenaufnahmen der oberen und unteren Atemwege (siehe Röntgenuntersuchung)
  • Untersuchung auf Parasiten (Lungenwurm, Herzwurm)
  • Endoskopische Untersuchung der oberen und unteren Atemwege (siehe Endoskopie)
  • Probengewinnung aus den unteren Atemwegen (Bronchoalveoläre Lavage), sowie bakteriologische und zytologische Untersuchungen der entnommenen Proben
  • Entnahme von Biopsien von verändertem Gewebe aus dem Respirationstrakt (siehe Zytologische Untersuchung und Histopathologische Untersuchung)
  • Computertomographie von Nase/Nasennebenhöhlen, Brustkorb und Lunge

Verfasser:

Monika Herold-Wagner