Erkrankungen der hormonbildenden Organe
Diagnostik und Therapie von endokrinen Erkrankungen (Endokrinologie).
10 Standorte können Ihnen dabei helfen

Über die Behandlung
Die Endokrinologie ist der Teil der Inneren Medizin, der sich mit der Diagnose und Therapie hormoneller Erkrankungen befasst. Endokrinologische Erkrankungen werden durch einen Überschuss oder einen Mangel an Hormonen oder aber auch durch eine Resistenz verursacht – wenn das Hormon also nicht mehr wirkt, weil die „Ziel-Zellen“ der Organe nicht mehr empfänglich dafür sind. Das ist z.B. beim Diabetes Mellitus Typ 2 der Fall, bei dem die Zellen von Leber-, Muskel- und Fettgewebe nicht mehr empfindlich für Insulin sind.
Die endokrinen Drüsen produzieren Hormone und geben sie ins Blut ab (endokrin = „nach innen abgebend“). Hormone sind Botenstoffe und regulieren eine Vielzahl an Körperfunktionen, wie z.B. das Wachstum, die Fortpflanzung oder die Reaktion auf Stress. Zu den endokrinen Drüsen zählen unter anderem die Schilddrüse, die Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die Nebennieren, die Keimdrüsen in den Hoden und Ovarien oder die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Von diesen Drüsen produzierte Hormone sind z.B. das Schilddrüsenhormon Thyroxin, Insulin, Adrenalin, Cortisol oder auch Sexualhormone wie Östrogene und Testosteron. Abgesehen von den endokrinen Drüsen gibt es noch hormonbildende Gewebe in verschiedenen Organen, wie dem Herzen oder dem Magen. Erkrankungen dieser Organe werden als Endokrinopathien bezeichnet.
Die Symptome sind vielfältig und unterschiedlich, je nachdem welches endokrine Organ betroffen ist. Oft können sie auch unspezifisch, also nicht einer bestimmten Erkrankung zuordenbar, sein.
Mögliche Symptome bei endokrinen Erkrankungen:
- Gastrointestinale Symptome, wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
- Haut- und Fellveränderungen
- vermehrter Harnabsatz und/oder übermäßiger Durst
- erhöhte oder erniedrigte Blutzuckerwerte (Hyper-, bzw. Hypoglykämie)
- Verhaltensänderungen, z.B. Aggression
- Zyklusunregelmäßigkeiten und Fruchtbarkeitsstörungen
- Bluthochdruck (Hypertension)
- Muskelkzittern und -schwäche
- verminderter Appetit, Gewichtsverlust oder auch Gewichtsabnahme bei gutem Appetit
Häufige endokrine Erkrankungen bei Hunden und Katzen:
Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit)
- Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
- Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
- Morbus Addison (Nebenniereninsuffizienz)
- Cushing-Syndrom, auch Morbus Cushing (Nebennierenrindenüberfunktion):
Seltener vorkommende Erkrankungen:
- Insulinom: Überproduktion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse
- Phäochromozytom: Überproduktion von Katecholaminen wie Adrenalin in der Nebennierenrinde
- Akromegalie (Hypersomatotropismus): Überproduktion vom Wachstumshormon
Wie funktionierts?
Ein gründliches und strukturiertes Vorgehen ist wichtig, um die Ursache der Erkrankung herauszufinden. Das beginnt mit einer genauen Anamnese und einer ausführlichen klinischen Untersuchung.
Bei der Anamnese stellen Ihnen unsere Tierärzt*innen Fragen zur Krankengeschichte des Tieres, zu Dauer und Art der Symptome, über etwaige Medikationen, bisherige Untersuchungen und Tests und vieles mehr.
Hilfreich für die Anamnese können auch von Ihnen aufgenommene Handyvideos oder Fotos sein, sowie Kopien von Befunden von schon durchgeführten Laboruntersuchungen, bildgebenden Verfahren oder sonstigen Untersuchungen.
Danach wird die klinische Untersuchung durchgeführt (Details siehe Allgemeine Untersuchung).
Unsere Tierärzt*innen werden dann die Ergebnisse der klinischen Untersuchung und mögliche Verdachtsdiagnosen mit Ihnen besprechen und ob, bzw. welche Therapie zielführend wäre oder ob weiterführende Untersuchungen oder Tests empfehlenswert sind.
Das könnten zum Beispiel eine Blutuntersuchung (siehe Blutbild und Blutchemie) oder eine Untersuchung von Harn oder Kot (siehe Harnuntersuchung und Kotuntersuchung) sein. In den meisten Fällen werden gezielte weiterführende Untersuchungen nötig bzw. empfehlenswert sein.
Das könnten unter anderem – je nach vermuteter endokriner Erkrankung – sein:
- Hormonbestimmungen
- Endokrinologische Funktionstests: für die Diagnose bestimmter Erkrankungen (z.B. Cushing-Syndrom oder Morbus Addison) werden Blutproben vor und nach einer medikamentös erzeugten Stimulation der endokrinen Drüsen durchgeführt
- Blutdruckmessung
- Ultraschalluntersuchung der endokrinen Organe des Bauchraums (Pankreas, Nebennieren), der Schilddrüse und Nebenschilddrüse. Bei Bedarf können zusätzliche Informationen durch CT (Computertomographie) gewonnen werden.
Verfasser:
Monika Herold-Wagner