Über die Behandlung

Eine gründliche Untersuchung der Zähne und der Maulhöhle ist wichtig, um mögliche Erkrankungen feststellen und dann einen individuellen Behandlungsplan für Ihr Haustier erstellen zu können.

Einen guten Überblick kann man sich bei der Inspektion der Maulhöhle im Rahmen der Allgemeinen Untersuchung verschaffen – ob z.B. Zahnfleischentzündungen, Zahnfleischschwund, Schwellungen, Zahnbelag oder Zahnstein, fehlende Zähne oder offensichtliche Zahnfrakturen vorliegen.

Zu dieser Untersuchung gehört auch eine Untersuchung der äußeren Strukturen des Maules, wie der Kaumuskulatur, der fühlbaren Lymphknoten und des Ober- und Unterkiefers – etwaige Schmerzen, Schwellungen oder Asymmetrien können ein Hinweis auf Erkrankungen der Zähne oder der Maulhöhle sein.

Es gibt allerdings Strukturen, die nur mit bildgebenden diagnostischen Verfahren wie z.B. dem Zahnröntgen sichtbar sind, dazu gehören die Zahnwurzeln oder der Kieferknochen. Und auch tiefergelegene und schwer einsichtige Teile der Maulhöhle wie die hinteren Backenzähne, der Rachen oder der Zungengrund sind in wachem Zustand schwer oder gar nicht zu untersuchen.

Aus diesem Grund wird die Dentaldiagnostik in Narkose und gleichzeitig mit einer gründlichen Reinigung der Zähne und etwaigen Extraktionen oder anderen Behandlungen durchgeführt (siehe Zahnsanierung).

So funktionierts:

Es wird eine gründliche Reinigung der Zähne, Zahnzwischenräume und Zahnfleischtaschen mit Ultraschall durchgeführt und jeder Zahn einzeln untersucht und die Befunde nach einem international anerkannten System dokumentiert.

Was wird untersucht:

  • Grad des Zahnfleischschwundes (Zahnfleischschwund ist ein Hinweis auf Parodontitis)
  • Grad einer etwaigen Mobilität des Zahnes (Ist er locker?)
  • Vorhandensein aller Zähne – fehlen Zähne (Angeboren, ausgefallen oder extrahiert)? Sind überzählige Zähne vorhanden?
  • Grad an Zahnbelag oder Zahnstein
  • Grad einer Zahnfleischentzündung
  • Sonstige Veränderungen: z.B. Frakturen, Abrieb der Zahnkrone – z.B. durch Kauen an Tennisbällen oder Steinen, Schäden am Zahnschmelz oder Resorptive Läsionen bei der Katze (Feline Zahnresorption)

Außerdem wird beurteilt, ob ein Fehlbiss (Malokklusion) vorliegt (siehe Fehlbisse).

Diese Ergebnisse werden dann gemeinsam mit den Befunden der Zahnröntgen beurteilt und darauf basierend ein individueller Behandlungsplan für das Tier erstellt - müssen zum Beispiel Zähne gezogen werden (siehe Zahnextraktion), müssen Biopsien von Umfangsvermehrungen genommen werden (siehe Tumore der Maulhöhle), usw.

Diese schriftliche Dokumentation der Untersuchungsergebnisse kann außerdem bei späteren Zahnsanierungen herangezogen werden, um sie mit den neuen Befunden zu vergleichen – so kann man rasch erkennen ob etwaige Parodontal- oder sonstige Erkrankungen der Maulhöhle fortgeschritten sind.

Verfasser:

Monika Herold-Wagner