Augenuntersuchung
Augenuntersuchungen (Ophthalmologische Untersuchungen) sind ausführliche Untersuchung aller Teile des Auges und seiner Umgebung.
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Über die Behandlung
Zur Diagnose von Augenerkrankungen und der Beurteilung von Augenverletzungen ist eine gründliche Untersuchung aller Teile des Auges und seiner Umgebung nötig. Dazu gehören am Auge Untersuchungen der Hornhaut, der vorderen und der hinteren Augenkammer, der Iris, der Linse oder der Netzhaut, sowie eine Beurteilung von außerhalb des Augapfels liegenden Strukturen wie dem Sehnerv, der Augenhöhle, der Augenlider, der Bindehäute, der Augenmuskeln oder der Tränendrüsen. Zusätzlich wird meistens auch die Produktion der Tränenflüssigkeit und der Druck im Inneren des Auges gemessen, und je nach Patient können noch weiterführende Untersuchungen wie z.B. ein Augenultraschall oder ein Netzhaut-Funktionstest (ERG) nötig sein.
Die meisten dieser Untersuchungen können von Ihrem tierärztlichen Team in der Allgemeinpraxis durchgeführt werden – für manche sind allerdings spezielle ophthalmologische Geräte, bzw. eine extensive Ausbildung und Erfahrung im Bereich der Augenheilkunde nötig. Wir arbeiten mit Spezialist*innen auf diesem Gebiet zusammen, falls also nicht alle Untersuchungen direkt bei uns möglich sein sollten, können wir Sie zu den Ophthalmolog*innen unseres Vertrauens überweisen.
So funktionierts:
Allgemeine Augenuntersuchung:
- Anamnese: unsere Tierärzt*innen werden zuerst eine genaue Anamnese erheben und Ihnen Fragen zur Vorgeschichte stellen, wie z.B.: Welche Symptome zeigt das Tier genau? Kneift es die Augen zusammen? Reibt es am Auge? Sind die Pupillen geweitet? Hat es Augenausfluss? Wirkt das Auge trüb? Wann sind die Symptome zum ersten Mal aufgetreten? Wie lange dauern sie inzwischen schon an? Liegen andere Erkrankungen vor? Nimmt Ihr Haustier Medikamente? Gibt es schon Befunde von anderen Kliniken oder Spezialist*innen (Blutbefunde, Röntgenbilder, usw.)?
- Betrachtung beider Augen und ihrer Umgebung: gibt es Auffälligkeiten? Liegen z.B. Schwellungen, Asymmetrien, Augenausfluss oder ungleich große Pupillen vor? Ist das Auge trüb? Reagieren die Pupillen auf Licht?
- Überprüfung verschiedener Reflexe und des Sehvermögens: hier wird beobachtet, wie sich das Tier im Untersuchungsraum, bzw. auf einem Hindernisparcours bewegt; es werden die Gehirnnerven untersucht, die an der Funktion des Auges und der Sehfähigkeit beteiligt sind; es wird geprüft, wie der Patient auf Licht reagiert oder ob er einen Drohreflex zeigt (dabei sollte der Patient bei einer schnellen Handbewegung auf das Auge zu die Lider schließen oder den Kopf wegdrehen), usw.
- Ophthalmoskopie: Untersuchung so gut wie aller Strukturen des Auges mit einer fokalen Lichtquelle und einer Spaltlampe – diese liefert eine 10-16-fache Vergrößerung und hilft so Veränderungen im Auge genau zu lokalisieren
à Untersuchung des vorderen Augenabschnittes: genauere Betrachtung der Augenlider, des 3. Augenlids (Nickhaut), der Bindehäute, der Sklera (Lederhaut), der Hornhaut, der vorderen Augenkammer und der Iris mit dem Ophthalmoskop und/oder der Spaltlampe
à Untersuchung des Augenhintergrundes: Beurteilung der Netzhaut und des Sehnervenkopfes; zur Untersuchung der Linse und um den Augenhintergrund vollständig einsehen zu können muss allerdings zuvor die Pupille weit gestellt werden;
à die Weitstellung der Pupille erfolgt mithilfe von speziellen Augentropfen (einem Mydriatikum), es dauert ca. 10 bis 20 Minuten bis zum Wirkungseintritt, die Tiere sind dann eventuell für einige Stunden lichtempfindlicher
Weitere Routine-Untersuchungen des Auges:
- Messung der Tränenproduktion (Schirmer Tränentest): ein spezieller Papierstreifen mit einer aufgedruckten Skala wird für eine Minute in den unteren Bindehautsack eingehängt und danach abgelesen wie viele Millimeter an Tränenflüssigkeit in dieser Zeit gebildet wurden; ein zu niedriger Wert kann ein Hinweis auf Trockenes Auge sein
- Hornhautfärbung (Fluoreszeintest): ein spezieller Farbstoff (Fluoreszein) wird auf das Auge aufgebracht, dieser haftet bei Verletzungen der oberflächlichen Hornhautschicht (wie z.B. durch Kratzer oder Hornhautgeschwüre) an diesen und leuchtet bei Betrachtung mit Blaulicht neongrün; gleichzeitig kann so auch überprüft werden, ob der Tränen-Nasenkanal durchgängig ist – nach ca. 5 bis 20 Minuten sollte man den Farbstoff aus dem seitengleichen Nasenloch kommen sehen
- Messung des Augeninnendruckes (Tonometrie): mit einem speziellen Gerät (Tonometer) das die Hornhaut berührt wird der Augeninnendruck gemessen, das ist völlig schmerzfrei und ungefährlich; zu niedrige Werte können auf eine Entzündung des vorderen Augenbereiches (Uveitis) hinweisen, zu hohe Werte auf ein Glaukom (Grüner Star)
Zusätzliche weiterführende Untersuchungen:
- Augenultraschall: zur Untersuchung der hinteren Abschnitte des Auges - falls einer der vorderen Anteile des Auges (z.B. Hornhaut oder Linse) so getrübt ist, dass man nicht hindurchsehen kann oder man einen raumfordernden Prozess hinter dem Auge vermutet; der Schallkopf wird direkt auf das Auge aufgesetzt, keine Angst, dieser Vorgang ist nicht schmerzhaft und es wird außerdem ein Lokalanästhetikum auf die Augenoberfläche aufgetragen
- Gonioskopie: Untersuchung des Kammerwinkels des Auges mit Hilfe von ophthalmologischen Instrumenten wie einer Spaltlampe (sowie bei Hunden auch einer Kontaktlinse, die auf das Auge aufgesetzt wird);
der Kammerwinkel ist der Bereich im Inneren des Auges zwischen Hornhaut und Iris, der für den Abfluss des Kammerwassers nötig ist – bei einer Störung dieses Abflusses kommt es zu einer Erhöhung des Augeninnendruckes; eine Gonioskopie ist bei bestimmten Rassen auch zur Untersuchung, ob eine erbliche Form des Glaukoms vorliegt, nötig
- Elektro-Retinogramm (ERG): Untersuchung zur Funktion der Netzhaut – die Reaktion der Netzhaut auf einen kurzen Lichtblitz wird über Elektroden gemessen und als Elektroretinogramm dargestellt (ähnlich wie bei einem EKG am Herzen); ein ERG wird bei Verdacht auf bestimmte Netzhauterkrankungen oder auch vor einer Katarakt-Operation durchgeführt
Besprechung der Befunde:
Nach Abschluss aller Untersuchungen werden die erhobenen Befunde mit Ihnen besprochen und Behandlungsmöglichkeiten, ev. weiterführende diagnostische Tests, oder empfohlene chirurgische Eingriffe besprochen und ein individueller Behandlungsplan erstellt. In so gut wie allen Fällen werden ein oder mehrere Nachuntersuchungen nötig sein, um den Verlauf zu überprüfen und wenn nötig eingreifen und den Behandlungsplan ändern zu können.
Verfasserin:
Monika Herold-Wagner