Über die Behandlung

Allergien sind eine Überreaktion des körpereigenen Immunsystems auf normalerweise relativ harmlose Reize in der Umwelt oder in der Nahrung, bei der bestimmte Substanzen vom Immunsystem als körperfremd erkannt werden.

Meist ist es eine Kombination mehrerer Faktoren, die zu einer allergischen Reaktion auf ein sogenanntes Allergen führt: manche Hunderassen sind anfälliger für Allergien als andere; ein überempfindliches Immunsystem, das übermäßig stark auf eigentlich harmlose Substanzen reagiert; eine geschädigte Barrierefunktion der Haut, die Allergien verstärken kann und in weiterer Folge auch zu sekundären Infektionen mit Bakterien oder Hefepilzen führen kann; sowie ein wiederholter bzw. kontinuierlicher Kontakt mit den allergieauslösenden Allergenen.

Häufige Allergene, die allergische Reaktionen auslösen können, sind:

  • Umweltallergene: Pflanzenpollen, Schimmelpilzsporen und Hausstaubmilben
  • Flöhe: manche Tiere sind allergisch gegen Flohspeichel
  • Nahrung: bestimmte Inhaltsstoffe im Futter (wie z.B. Rindfleisch, Milchprodukte, Hühnerfleisch oder Weizen) können bei genetisch veranlagten und sensibilisierten Tieren allergische Reaktionen hervorrufen
  • Kontaktallergene: direkter Kontakt mit bestimmten Substanzen wie z.B. Gräser, Pflanzen, Textilien, Reinigungsmittel oder Pflegeprodukte, können bei manchen Tieren Allergien auslösen

Häufige Symptome bei Allergien:

Juckreiz

Hautausschläge

Ohrenentzündungen

Niesen

Husten

tränende Augen

Verdauungsstörungen

❗️Die Identifizierung des spezifischen Allergens, das die Symptome auslöst, ist entscheidend für eine effektive Behandlung. Sobald die Allergene identifiziert sind, kann ein individueller Behandlungsplan erstellt werden, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.

So funktionierts: Die Diagnose von Allergien basiert in der Regel auf einer Kombination aus gründlicher Anamnese und klinischer Untersuchung (Details siehe Dermatologie allgemein) und Allergietests. Mögliche Allergietests:

Ausschlussdiät (Eliminationsdiät): wenn eine Futtermittelallergie vermutet wird, kann eine Ausschlussdiät helfen, mögliche Auslöser systematisch zu identifizieren und zu eliminieren.

Hauttests: beim intradermalen Allergietest (IDAT) werden kleinste Mengen von Allergenen in die Haut des Hundes injiziert, um mögliche Reaktionen zu beobachten. Dieser Test gilt als der zuverlässigste zur Identifizierung von Umweltallergenen.

Bluttests: Bluttests (z.B. ELISA oder Radio-Allergo-Sorbent Test) messen die Menge an Antikörpern, die als Reaktion auf bestimmte Allergene gebildet werden. Sie können Hinweise auf allergische Reaktionen geben, ihre Aussagekraft ist allerdings begrenzt.

❗️ Wichtig: Es gibt derzeit keinen zuverlässigen Haut-, Blut- oder Speicheltest zur Diagnose von Futtermittelallergien. Die Ausschlussdiät ist zur Zeit der Goldstandard.

Behandlungsmöglichkeiten bei Allergien:

Reduktion der Allergenbelastung: vermeiden Sie bekannte Allergene – lassen Sie z.B. ein auf Gräser allergisches Tier beim Rasenmähen im Haus oder verwenden Sie für ein auf Hausstaubmilben empfindliches Tier hypoallergene Bettwäsche, usw.

Medikamente: Medikamente können verschrieben werden, um Juckreiz, Entzündungen und andere Allergiesymptome zu lindern

Nahrungsergänzungsmittel, Shampoos oder Lotionen: können dabei helfen, die Hautbarriere zu verbessern

Allergenspezifische Immuntherapie (auch als „Allergieinjektionen“ oder „Desensibilisierung“ bekannt): vor allem bei Allergien auf Pflanzenpollen, Schimmelpilze, Insekten oder Hausstaubmilben empfehlenswert; das Tier wird dabei über einen längeren Zeitraum hinweg schrittweise mit kleinen Mengen des Allergens konfrontiert, um die „Toleranz“ des Immunsystems zu fördern

Fragen Sie unser tierärztliches Team, wir beraten Sie gerne, welche Optionen es für Ihr Haustier gibt!

Verfasser:

Monika Herold-Wagner